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Einführung

Unsere Welt wird immer digitaler und vernetzter, Märkte ändern sich rasant und Veränderungen sind an der Tagesordnung. In diesem Umfeld können jedem Unternehmer und Entscheidungsträger Fehler und Fehleinschätzungen passieren und kein Unternehmen kann sich vor dem Thema Krisenmanagement und Krisenvorbeugung verschließen.

Gründe

Es gibt einen Dschungel von Gründen, die zu einer Unternehmenskrise führen können. Das Resultat einer Krise ist, sofern nicht rechtzeitig gegengesteuert wird, im Regelfall die Insolvenz. Wenn wir bei uns über das Krisenmanagement sprechen, unterteilen wir gerne in externe- und interne Gründe.

Die externen Faktoren sind für Unternehmen nur schwer beeinflussbar und messbar und können aus den unterschiedlichsten Quellen entstehen. Zum Beispiel kann die Zahlungsmoral des Kunden eine Problematik darstellen. Das erfolgt, wenn die Liquidität nicht die Löhne, Sozialabgaben oder Steuern decken kann.

Darüber hinaus stehen Märkte im ständigen Wandel. Das Kaufverhalten der Kunden schwankt, ist saisonal abhängig oder lässt nach, da die technischen Gegebenheiten veraltet sind. Weitere externe Einflüsse, die nicht jeder auf dem Schirm hat, sind unter anderem die Wechselbeziehungen zu den Zulieferern und Dienstleistern. Steckt ein Schlüssel-Dienstleister oder -Lieferant in einer Krise, so kann das zu erheblichen Auswirkungen auf das eigene Business führen.

Weiterhin ist ein nicht zu unterschätzendes Risiko auch die Abhängigkeit von einzelnen Kunden. Erfahrungen mit unseren Partnern und Kunden haben gezeigt, dass gerade im Mittelstand häufig eine Abhängigkeit von einem oder zwei Großkunden herrscht. Diese Kundengruppe macht dann mehr als 30% des Gesamtumsatzes aus. Der plötzliche Wegfall von Geschäft dieser Hauptkunden führt nicht selten zu einer Krise.

Neben diesen und vielen weiteren externen Kriseneinflüssen gesellen sich auch interne Einflussfaktoren dazu. Diese snd in vielen Fällen auf Fehleinschätzungen oder Fehlern des Managements, auf Mitarbeitern, die nicht die geeigneten Skills mitbringen oder gar an der falschen Stelle eingesetzt werden oder durch fehlendes betriebswirtschaftliches Know-How zu begründen.

Zusätzlich können mangelnde Transparenz und Verständnis von Prozessen zu Doppelarbeiten und einem hohen Overhead (Kosten der unproduktiven Arbeit) führen. Das führt wiederum zu hohen Aufwendungen und einer Verschlechterung der Marge. Sollten diese Faktoren im eigenen Unternehmen eintreten, so können Wettbewerber schlichtweg bessere Konditionen anbieten.

Früherkennung und Vorbeugung

In Gesprächen kam häufig die Frage auf, ob es hier ein Rezept, ein einheitliches Regelwerk zur Vorbeugung von Krisen in Unternehmen gäbe. Aus unserer Sicht gibt es nicht „DAS“ eine Konzept.

Unternehmenskrisen müssen nicht zwingend entstehen. Eine vernünftige Planung und Betriebsführung, ein gut strukturiertes Controlling, definierte Strukturen und Prozesse sowie die Analyse der betriebsspezifischen Risiken sind Zutaten, um Krisenfaktoren zu verringern oder gar zu vermeiden.

Nachstehen haben wir eine Checkliste an Punkten erstellt, die dabei helfen sollen, Krisen vorzubeugen.

1. Buchhaltung und Controlling: Eine aussagekräftige und vor allem zeitnahe Buchhaltung ist eine Grundlage, um aktuelle Zahlen zu seinem Unternehmen und Geschäftsprozessen zu erhalten. Wichtig dabei ist aber, dass man sich mit den dazugehörigen Monatsauswertungen (Summen- und Saldenliste, sowie BWA und Kostenstellen) auch inhaltlich auseinandersetzt. Fragen dazu können unter anderem sein: Was bedeuten die Zahlen? Wie sind diese in den Markt und Wettbewerb einzuordnen? Wie stehen die Zahlen im Vergleich zu den Vormonaten? Woher kommen die Differenzen? Bei der Buchung der Belege hilft es häufig auch Kostenstellen zuzuordnen. Hierbei sollte darauf geachtet werden für sein Unternehmen die Schlüssel-Kostenstellen zu finden und bei jedem Beleg zuzuordnen. Es gibt hier unterschiedlichste Ansätze. Unter anderem können Kostenstellen in Funktionen, Verantwortungsbereiche, nach Standorten oder Kunden organisiert sein.
2. Markt und Wettbewerb: Ein wichtiger Punkt ist auch die kontinuierliche Informationsbeschaffung zu der Marktsituation und dem Wettbewerb. Organisiert werden sollten verlässliche Informationsquellen, welche regelmäßig beschafft und ausgewertet werden. Diese Informationen sind ein wichtiger Schlüssel zur richtigen Einschätzung der aktuellen Lage und der mittelfristigen Entwicklungsszenarien.
3. Budgetplanung: Zusätzlich kann es ja nach Größe des Unternehmens hilfreich sein eine Budgetplanung für das Jahr zu erstellen, um Überraschungen zu vermeiden. Dieser Punkt hilft, die Entwicklung des Unternehmens und die Investitionen zu planen und einen Überblick über die Umsetzbarkeit zu bekommen.
4. Interne Strukturen und weiche Faktoren: Unternehmen stehen im ständigen Wandel. So ist es wichtig auch die internen Strukturen und Prozesse im Blick zu haben und wenn nötig anzupassen, um einen zu hohen Overhead zu vermeiden. Weisen die Mitarbeiter die notwendigen Skills auf? Führen sie zielführende Tätigkeiten aus? Ist es womöglich sinnvoll Aufgaben aus dem Business an Experten abzugeben um das Unternehmen in die „richtige“ Richtung zu steuern? Das sind Fragen, die sich ein Unternehmer kontinuierlich stellen sollte. Im Rahmen der Hinterfragung der Prozesse und Strukturen sollte beachtet werden, dass ein gesundes Changemanagement nur mit einer transparenten Kommunikation und in Zusammenarbeit mit dem Team erfolgen kann. Darüber hinaus ist auch das Stimmungsbarometer im Team ein Schlüssel-Faktor für die Krisenvermeidung.

Fazit

Unternehmen sind nicht krisenfrei, ob sie krisenfest sind, steht aber auf einem anderen Blatt geschrieben. Es ist wichtig sowohl die internen- als auch die externen Faktoren im Blick zu haben, sich seiner aktuellen Lage bewusst zu sein und rechtzeitig auf Änderungen reagieren zu können, dann werden die Risiken der Krisenentstehung minimiert.